<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>TouristsUnited &#187; Laos</title>
	<atom:link href="http://www.touristsunited.de/tag/laos/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.touristsunited.de</link>
	<description>...hier bloggen Weltenbummler</description>
	<lastBuildDate>Wed, 16 Jun 2010 13:20:48 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Laos intensiv – vom Mekong bis zu den Bergvölkern des Nordens</title>
		<link>http://www.touristsunited.de/laos-intensiv-%e2%80%93-vom-mekong-bis-zu-den-bergvolkern-des-nordens/</link>
		<comments>http://www.touristsunited.de/laos-intensiv-%e2%80%93-vom-mekong-bis-zu-den-bergvolkern-des-nordens/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 11:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Standepetra</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bergdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Bootsfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Laos]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.touristsunited.de/?p=163</guid>
		<description><![CDATA[Abseits der bekannten Routen entdeckt unsere kleine Reisegruppe per Boot, Fahrrad und zu Fuß Nordlaos. Dabei erleben wir nicht nur den unmittelbaren Alltag der Landbevölkerung, sondern besuchen auch einige Schulprojekte in abgelegenen Bergdörfern, die wir durch Spenden unterstützen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_170" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-170" title="Dorfbewohner" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/Dorfbewohner1.jpg" alt="Dorfbewohner" width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Zu Besuch im Bergdorf - ein Ereignis für die Touristen wie für die Bewohner</p></div>
<p><strong>Abseits der bekannten Routen entdeckt unsere kleine Reisegruppe per Boot, Fahrrad und zu Fuß Nordlaos. Dabei erleben wir nicht nur den unmittelbaren Alltag der Landbevölkerung, sondern besuchen auch einige Schulprojekte in abgelegenen Bergdörfern, die wir durch Spenden unterstützen.</strong></p>
<p><em>Von Daniel Kohne</em></p>
<p>Drei Stunden bin ich bereits auf der laotischen Hauptverkehrsstrasse unterwegs, die vom Mekonghafen Pak Beng durch das nördliche Laos bis nach Vietnam führt, als die Bremsen meines Mountainbikes zum ersten Mal herausgefordert werden. Eine Entenfamilie überquert hinter einer Kurve gemächlich schnatternd die Straße. Ich weiche souverän aus. Kein Grund für Aufregung. Der Fahrradhelm auf meinem Kopf  kommt mir immer überflüssiger vor.</p>
<p><span id="more-163"></span>Ich hatte schon im Vorfeld der Reise gehört, dass die Straßen in diesem Teil des Landes kaum befahren sind. Doch der geringe Verkehr auf der Strecke überrascht mich trotzdem. Lastwagen und Busse gibt es so gut wie gar nicht. Nur ab und an kommt mir ein Auto oder Motorrad entgegen. Dafür begegne ich immer wieder anderen Fahrradfahrern und Fußgängern auf der gut geteerten Straße, die sich zwischen malerischen Trockenreisfeldern und Berghängen hindurchschlängelt. Viele der Radfahrer sind schwer bepackt, ausnahmslos alle betrachten mich interessiert. Fahrrad fahrende „Langnasen“ stellen in Nordlaos noch immer eine Kuriosität dar. Außerdem wirke ich mit meinen 21 Gängen, der Sonnenbrille und dem Fahrradhelm vermutlich ähnlich fremd wie ein Außerirdischer.</p>
<p><strong>Tour de France in Nordlaos</strong></p>
<p>Mit der Stille ist es jedoch schlagartig vorbei, sobald ich mich einer Siedlung nähere. Eher erinnern die Dorfdurchfahrten entlang der vielen Straßendörfer an die Zieleinfahrt der Tour de France. Jubelnde Kinder stürmen auf die Strasse, um mich zu begrüßen, aus den Häusern winken mir die Erwachsenen zu und ganz Mutige strecken sogar ihre Hände aus und fordern im Vorbeifahren einen Handschlag. Ein Freund hatte mir vor der Tour erzählt, dass es kaum einen besseren Weg gebe, den laotischen Alltag zu erleben als vom Sattel eines Fahrrades aus. Abgesehen von meinem offensichtlichen Sonderstatus beim Durchqueren der Dörfer finde ich seine These bestätigt.</p>
<div id="attachment_176" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-176" title="07_LA_HP_18" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/07_LA_HP_181.jpg" alt="Zwischenhalt an einem Straßenstand. Von Bananen bis Bambusratte wird hier so ziemlich alles feil geboten" width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Zwischenhalt an einem Straßenstand. Von Bananen bis Bambusratte wird hier so ziemlich alles feil geboten</p></div>
<p>Wasserbüffel wälzen sich neben der Fahrbahn in Schlammkuhlen, Kinder trödeln auf dem Weg zur Schule und auf der Straße trocknen rote Chilischoten, Mais und Baumpilze in der Sonne. Die Bewohner der angrenzenden Dörfer nutzen die Straße wegen des wenigen Verkehrs als Lebensraum und Marktplatz. Hier kämmen sich Frauen gegenseitig die Haare während sie Waren feil bieten oder auf die Jüngsten aufpassen, sofern das nicht die Geschwister übernehmen. Für mich als Fahrradfahrer eine phantastische Möglichkeit, im Vorübergehen in den Alltag einzutauchen, viele Eindrücke zu sammeln und trotzdem in Bewegung zu bleiben.</p>
<p>Trotz der vielen Zahnkränze lege ich nur etwas mehr als ein Drittel der 130 Kilometer nach Oudomxay im Sattel zurück. Auch die anderen aus unserer kleinen Gruppe lassen sich nach und nach von unserem Begleitbus einsammeln. Wir sind eben keine trainierten Radfahrer auf der Suche nach exotischen Strecken, sondern wollen Nordlaos auf  authentische Art und Weise kennen lernen, was hier nun einmal am besten per Fahrrad funktioniert. Ganz abgesehen davon, dass es Spaß macht!</p>
<p>Obwohl es im Bus bequem ist, verbringe ich die beiden folgenden Tage komplett auf dem Fahrrad. Die Strecke führt durch eine traumhafte Landschaft. Ich staune über die unzähligen Grüntöne, die sich in feinen Schichten über die Felder und Berghänge gelegt haben und sich am Horizont zu vermischen scheinen. Sportlich gesehen ist die Strecke zum Glück keine Herausforderung. Abgesehen von ein paar kleinen Erhebungen führt die Strasse meist leicht bergab. So wird die Tour auch für untrainierte Radfahrer zu einem echten Vergnügen. Trotzdem lege ich viele Pausen ein. Sei es, um am Straßenrand ein paar Bananen zu erstehen, in Ruhe einen Blick auf die Pfahlhütten in den Dörfern zu werfen oder mich an einem Kiosk mit der laotischen Variante von Red Bull aufzuputschen.</p>
<div id="attachment_177" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-177" title="06_LA_HP_12" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/06_LA_HP_12.jpg" alt="Wer Grün mag, ist hier richtig. Während wir durch die Landschaft gleiten, bieten sich uns immer wieder traumhafte Ausblicke." width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Wer Grün mag, ist hier richtig. Während wir durch die Landschaft gleiten, bieten sich uns immer wieder traumhafte Ausblicke.</p></div>
<p>Ich bin daher fast traurig, als wir am Abend des dritten Tages in der Hafenstadt Muang Khua am Nam Ou eintreffen, wo wir die Fahrräder wieder auf das Busdach hieven und  festzurren. Muang Khua besitzt mit einer Seilfähre und einer stählernen Hängebrücke für Fußgänger gleich zwei ungewöhnliche Attraktionen. Auf der hölzernen Terrasse eines der Lokale am Hafen ruhe ich mich bei einem kühlen Beerlao, dem laotischen Bier aus deutschem Hopfen, aus. Von dort kann ich beobachten, wie das altersschwache Kanonenboot den von Stahlseilen geführten, rostigen Schwimmponton mühsam über den Fluss bis zur gegenüberliegenden Straße schiebt. Von dort aus sind es noch etwa 60 Kilometer bis nach Vietnam. Auch wenn heute kaum Fahrzeuge auf die eigentümliche Fähre warten &#8211; Muang Khua ist der Verkehrsknotenpunkt, den alle Waren auf ihrem Weg von der vietnamesischen Grenze durchqueren müssen. Vielleicht liegt es an der Uhrzeit, aber ich habe den Eindruck, dass es hier auch an anderen Tagen nicht wesentlich geschäftiger zugeht.</p>
<p>Am folgenden Tag wollen wir mit einem Charterboot auf dem Nam Ou flussabwärts bis zu dem kleinen Handelsort Hatsa fahren. Dort soll unsere Wanderung in die Bergdörfer der Umgebung beginnen.</p>
<p><!--more--></p>
<div id="attachment_183" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-183" title="20_LA_MvS_13" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/20_LA_MvS_13.jpg" alt="20_LA_MvS_13" width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Bootsfahrt in atemberaubender Bergkulisse</p></div>
<p>Hatsa lässt sich, wie die meisten Dörfer am oberen und mittleren Nam Ou, nur mit dem Boot erreichen. Zum Glück liegt die Regenzeit schon etwas länger zurück und die Flüsse führen bereits weniger Wasser. Nach den starken Niederschlägen in den Sommermonaten sieht die Welt hier ganz anders aus, weil die anschwellenden die Flüsse regelmäßig weite Bereiche an ihren Ufern überfluten.</p>
<p>Während wir in unserem gecharterten Boot flussabwärts gleiten, überrascht uns die intensive Bewirtschaftung der Flussufer. Sicher liegt es daran, dass im Norden nur die wenigsten Flächen leicht zu bearbeiten sind und Maschinen ohnehin die Ausnahme bilden. Daher werden die fruchtbaren Böden von Hand oder allenfalls mit Hilfe eines Ochsen bearbeitet, um Mais, Reis, Kartoffeln, Yams und Gurken anzupflanzen. Landwirtschaft ist hier noch immer eine knochenharte Arbeit, weil die Mehrzahl der Felder an steilen, brandgerodeten Hängen liegt. Kein Wunder, dass die fruchtbare Uferstreifen und Sandbänke, die im Herbst mit dem Sinken des Wasserstandes sichtbar werden, sofort mit geflochtenen Zäunen eingegrenzt und bepflanzt werden. Außerdem gibt es erstaunlich wenige Tiere. Vielleicht liegt es daran, dass die laotische Küche aus der Not eine Tugend macht und nur wenige Tiere verschmäht. Ob Bambusratte, Schlange, Eichhörnchen, Fledermaus oder Nashornkäfer – in irgendeiner Form scheint jedes Tier verspeist zu werden oder die Grundlage für eine Suppe zu bilden.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-185" title="11_LA_BP_04" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/11_LA_BP_04.jpg" alt="11_LA_BP_04" width="320" height="213" />In Hatsa schlagen wir für die Nacht unsere Zelte auf. Einige von uns können auch in einem der Schlafräume des neben der Schule gelegenen Boardinghouse übernachten. Viele der hier lebenden Kinder sind über das Wochenende zu ihren Familien in den umliegenden Bergdörfern zurückgekehrt und werden erst am Montag wiederkommen.</p>
<p>Finanziert wurde das Boardinghouse von dem Verein „Die Bambusschule e.V.“, um auch Kindern aus ärmeren Familien, die kein Geld für die Unterbringung ihrer Kinder in Gastfamilien aufbringen können, den Schulbesuch zu ermöglichen. Untergebracht sind die Kinder in drei großen Gemeinschaftsräumen. Uns irritiert der Gedanke, dass sie hier teilweise wochenlang, meist auf sich alleine gestellt ohne ihre Eltern leben. Traurig oder bedrückt wirken die Kinder allerdings nicht. Eher sehr neugierig. Ihre Mahlzeiten bereiten sie in kleinen Kochhütten hinter dem Haus mit den Nahrungsmitteln zu, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Es ist es ein ungewöhnlicher Anblick für uns, dort Sechsjährige souverän mit offenem Feuer und gewaltigen Messern hantieren zu sehen.</p>
<p>Während wir unter interessierten Kinderblicken unsere Zelte aufbauen, spielen Gabi und Andrea, zwei Teilnehmerinnen unserer kleinen Gruppe, mit einigen der Kinder. Es dauert nicht lange, und die beiden sind von einer lachenden und rhythmisch klatschenden Kinderschar umlagert. Später übersetzt Muen, unser laotischer Begleiter und Übersetzer, einige Fragen, so dass sich langsam ein Gespräch entwickelt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Am nächsten Morgen brechen wir früh auf. Ziel unserer Wanderung ist Ban Houay Lor. In dem abgelegenen Bergdorf der Hmong haben die Dorfbewohner mit der Unterstützung des Vereins „Die Bambusschule e.V.“ für ihre Kinder vor einigen Jahren eine Grundschule errichtet, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Inzwischen sind nach diesem Modell am Nam Ou einige andere Projekte entstanden. Auf unserer Reise möchten wir einige davon besuchen und mehr über die Lebensbedingungen der laotischen Landbevölkerung sowie die Arbeit des Vereins zu erfahren.</p>
<p><!--more--></p>
<div id="attachment_190" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-190" title="18_LA_MvS_12" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/18_LA_MvS_12.jpg" alt="Fließend Wasser auf laotisch. Auf dem Weg zum Markt werden die Erdnüsse noch schnell im Fluss am Wegesrand gewaschen. " width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Fließend Wasser auf laotisch. Auf dem Weg zum Markt werden die Erdnüsse noch schnell im Fluss am Wegesrand gewaschen. </p></div>
<p>Der Lehmpfad in die Bergdörfer führt ohne komplizierte Elemente wie Kurven oder Serpentinen im konstanten 45-Grad Winkel steil bergauf. Der Aufstieg verlangt mir Einiges ab. Drei Stunden und etliche Liter Mineralwasser brauche ich, bis sich ein paar hundert Meter höher endlich die dichte Vegetation lichtet und ich die erste Hügelkuppe erreiche. Golden schimmern die Rispen des Trockenreis im Sonnenlicht des Vormittags. Mein Blick schweift über die grünen Hänge unter mir bis ins Tal, durch das sich der Fluss schlängelt. Angesichts des Höhenunterschiedes und des Gefühls in meinen Waden erfüllt mich leichter Stolz.</p>
<p>Mit der Gruppe haben wir verabredet, uns erst am Nachmittag im Bergdorf der Hmong wieder zu treffen. So kann jeder die Strecke in seinem Tempo zurücklegen, ohne sich unter Leistungsdruck zu fühlen. Unsere einheimischen Träger und Begleiter sind mit unseren Rucksäcken beladen bereits weit vorausgeeilt. Mit meinem Bambusstock bewaffnet folge ich ihren Markierungen. „Eigentlich sind die Markierungen nicht nötig.“, hatte unser laotischer Guide uns am Morgen Mut gemacht. „Wenn ihr an jeder Weggabelung einfach immer den steilsten Weg einschlagt, kommt ihr auch an!“</p>
<div id="attachment_188" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-188" title="12_LA_HP_04" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/12_LA_HP_04.jpg" alt="12_LA_HP_04" width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Kein Luxus, aber dafür umso authentischer. Für Gäste haben die Bewohner eigene Bambusbungalows in der Nähe des Dorfes gebaut. So verbessert die Gemeinschaft durch unsere Übernachtungen zusätzlich ihr Einkommen. </p></div>
<p>Abends an den Kochfeuern vor den einfachen Bambusbungalows, in denen wir die Nacht verbringen werden, habe ich die Anstrengung des Aufstiegs fast wieder vergessen. Das für unsere Gruppe geschlachtete Schwein ist inzwischen zerlegt. In den vielen Töpfen brutzelt, kocht und gart eine Unmenge an köstlichen, aber auch die europäischen Sinne irritierenden Gerichten. Das Essen soll für alle reichen, denn die Dorfbewohner sind zu unserem Festmahl eingeladen. Schweinefleisch ist in den Dörfern eine absolute Besonderheit und wird nur an ausgewählten Feiertagen serviert. Vielleicht sind auch deshalb viele Bewohner der Einladung zum Essen gefolgt. Im normalen Leben sind die Tiere viel zu wertvoll, um als bloße Fleischlieferanten zu dienen. Im ländlichen Laos sind sie für ihre Besitzer eher eine Geldanlage und Absicherung gegen Notfälle.</p>
<p>Beim Essen wird noch einmal deutlich, wie klar die Hierarchien in den Dörfern sind. Gemeinsam mit den örtlichen Honoratioren nehmen wir unsere Mahlzeit in dem eigens für Besucher errichteten „Restaurant“ ein. Die Konstruktion ist eine überdachte und mit selbst gezimmerten Bänken und Tischen ausgestattete Plattform. Während die übrigen Bewohner direkt an den Feuerstellen essen, sitzen wir im Licht tropfender Kerzen an unseren mit Bananenblättern dekorierten Tischen. Erst im Anschluss an die Mahlzeit können wir zusammenrücken und die Bänke zu den Feuern tragen. Eine ältere Frau aus dem Dorf erzählt uns, wie man sich in ihrer Jugendzeit auf dem Feld mit seinem Liebsten verständigt hat, ohne dass die Eltern etwas davon mitbekamen. Muen muss ununterbrochen übersetzen. Für ihn ist der Abend mit Sicherheit einer der anstrengendsten bisher. Später taucht noch einer der Männer des Dorfes mit einem seltsamen, aus Bambus gefertigten Musikinstrument auf und will wissen, ob es das auch in unserer Heimat gäbe. Als wir ihm erzählen, dass wir das Gerät noch nie zuvor gesehen haben, demonstriert er uns stolz die Handhabung, die auch mit einer traditionellen Schrittfolge verbunden ist. Irgendwann gibt Muen erschöpft auf und wir verständigen uns mit Händen und Füssen. Als ich mich schließlich in meinen Bungalow zurückziehe, habe ich ein Gefühl, als wäre es weit nach Mitternacht. Meine Uhr behauptet allerdings hartnäckig, es sei erst halb zehn. Ich krieche unter mein Moskitonetz, schließe die Augen und falle augenblicklich in einen tiefen Schlaf.</p>
<p>Ich blinzele aus dem Bungalow und sehe überall Glühwürmchen durch den Wald huschen. Es ist stockdunkel, aber die Hähne des Dorfes machen sich bereits lautstark bemerkbar. Es dauert einen Moment bis ich begreife, dass es die Taschenlampen der Dorfbewohner auf dem Weg zur einzigen Wasserstelle sind, die durch die Dunkelheit leuchten. Verschlafen drehe ich mich wieder auf die Seite. Wir haben zwar die Möglichkeit, am normalen Tagesablauf der Bewohner teilzuhaben, doch ich beschließe in diesem Moment, meinen Tag erst mit der Dämmerung zu beginnen und noch ein wenig weiterzuschlafen, bevor ich mich dazugeselle. Insgeheim bin ich einfach nur dankbar, dass mich niemand zu dieser Zeit weckt, damit ich mich rechtzeitig vor Morgengrauen auf den Weg zu einem der teilweise weit entfernt gelegenen Felder mache. Offensichtlich ist der Arbeitsethos der Hmong nicht nur theoretischer Natur.</p>
<p><strong>Party über den Wolken</strong></p>
<p>Zwei Tage später und ein Dorf weiter, sieht die Welt bereits ganz anders aus. Das Dorf Ban Kong Muan wird von der Volksgruppe der Khmu bewohnt. Diesmal sind wir in den Hütten einiger Familien untergebracht, die durch die Vermietung etwas Geld verdienen. Es ist noch früh am Morgen, doch einige der Frauen, die über den Dorfplatz schlendern, kauen bereits Betelnüsse. Die Nüsse besitzen eine leicht aufputschende Wirkung und färben Spucke, Zahnfleisch und Zähne  tiefrot. Ich bin vor unseren Gastgebern aufgewacht und verstehe den Wunsch der Frauen nach einem Energieschub. Allerdings können mich die Nüsse gar nicht reizen. Ein Kaffee wäre natürlich etwas ganz anderes!</p>
<p><!--more--></p>
<div id="attachment_189" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-189" title="09_LA_HP_07" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/09_LA_HP_071.jpg" alt="09_LA_HP_07" width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Traumlage für jeden Makler</p></div>
<p>Ban Kong Muan liegt 1200 Meter über dem Meeresspiegel und befindet sich zurzeit im wahrsten Sinne des Wortes über den Wolken. Unter mir verschwindet die Welt bis auf die grünen Kuppen der Gebirgszüge im feuchten Weiß der dichten Wolkenschicht, während sich über mir die Sonne noch im Dunst versteckt. Genau dazwischen schweben wir und der Blick kann ungehindert in die Ferne schweifen. Linkerhand liegt China, die Hügel auf der anderen Seite gehören bereits zu Vietnam.</p>
<p>In der vergangenen Nacht hatten wolkenbruchartige Regenfälle das Dorf in eine einzige Lehmpiste verwandelt und überall kleine Bäche ins Tal strömen lassen. Doch heute Morgen ist davon nichts mehr zu sehen. Es ist angenehm kühl, ideales Wetter für den Abstieg, der uns wieder an die Ufer des Nam Ou bringen soll, wo hoffentlich das gecharterte Boot auf uns wartet. Doch so schnell lassen uns die Dorfbewohner nicht gehen. Nach dem Steinschleuderwettbewerb am Vortag und dem anschließenden Fest scheint ein Teil der anfänglichen Berührungsängste verschwunden zu sein. Wir werden aufgefordert, Fotos zu machen. Von den Kindern des Dorfes, von Familien, aber auch immer wieder gemeinsame Bilder mit unseren einheimischen Tanzpartnern und -partnerinnen vom Vorabend.</p>
<p>Der Schein einer einzelnen, unruhig flackernden Glühbirne, die durch den Strom eines kleinen Wassergenerators betrieben worden war, hatte letzte Nacht eine der absurdesten  Situationen unserer gesamten Reise zu beleuchten versucht. Inmitten der einsamen nordlaotischen Bergwelt, mehrere Stunden Fußmarsch vom nächsten Dorf entfernt, war unser Besuch ein willkommener Anlass zum Einsatz der dorfeigenen Beschallungsanlage. Zu genau zwei abwechselnd gespielten, laotischen Popsongs waren wir vom sichtlich stolzen DJ unermüdlich zum Mittanzen aufgefordert worden. Der Meister der großen Lautsprecherbox mit dem eingebauten, hoffnungslos übersteuerten Verstärker, hatte uns so lange persönlich mit einem durch Echoeffekte verzerrtem Mikrofon zur Teilnahme am unvermeidbaren laotischen Reihentanz eingeladen, bis wir uns nicht mehr entziehen konnten. Nach den ersten befangenen Runden begann das Ganze dann allerdings sogar Spaß zu machen. Wer von uns hätte auch erwartet, hoch über den Wolken noch einmal das kombinierte Gefühl von Tanzkurs und Schuldisco aufleben zu lassen. Richtig losgegangen war die Party allerdings erst nach unserem Rückzug in die Schlafsäcke. Die Dorfjugend feierte noch anderthalb Stunden weiter. Dann hatte der Wolkenbruch dem Vergnügen ein schnelles Ende bereitet.</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_191" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><strong><strong><img class="size-full wp-image-191" title="13_LA_BP_05" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/13_LA_BP_05.jpg" alt="Die Kinder aus dem Nachbardorf besuchen gemeinsam mit den Kindern aus Ban Hoay Lor die Grundschule. Das Gebäude ist die erste Schule des Vereins „Die Bambusschule“. " width="320" height="213" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Die Kinder aus dem Nachbardorf besuchen gemeinsam mit den Kindern aus Ban Hoay Lor die Grundschule. Das Gebäude ist die erste Schule des Vereins „Die Bambusschule“. </p></div>
<p><strong> </strong><strong>Eine Schule für Ban Ponsanah</strong></p>
<p>Der Abstieg ist zwar weniger anstrengend als der Weg hinauf, doch durch den Regen sind einige Stellen des Lehmpfades so matschig geworden, dass unsere Schuhe am Ende des Weges wie paniert aussehen. Kein Wunder, dass wir das Bad im klaren Flusswasser besonders genießen, bevor wir an Bord gehen, um weiter zum Flussdorf Ban Ponsanah zu fahren. Für den kommenden Tag wird dort hoher Besuch aus der Hauptstadt Vientiane erwartet, denn die Einweihung des neuen Schulgebäudes für 150 Kinder und Jugendliche steht auf dem Programm. Aber auch wir werden als Ehrengäste empfangen, da jeder von uns im Rahmen der Reise die Projekte des Vereins „Die Bambusschule“ unterstützt.</p>
<p>Am kommenden Tag stehen dann auch die Schulkinder Spalier in der brennenden Sonne und begrüßen die offiziellen Vertreter von Partei und Staat, aber auch die Delegation der Deutschen Botschaft und unsere Gruppe. Ich betrachte den Auflauf und die Reden mit gemischten Gefühlen und bin erleichtert, als der offizielle Teil irgendwann vorbei ist und wir wieder zu „ganz normalen“ Reisenden werden können, die einfach mehr über Laos und die Menschen des Landes erfahren wollen. Mit Blick auf die vergangenen Tage bin ich verblüfft, was wir in der kurzen Zeitspanne unserer Reise alles erlebt haben. Aber ich merke auch, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, die vielen Eindrücke und Bilder zu verarbeiten. Daher bin ich froh, dass wir zum Abschluss der Reise die nächsten beiden Tage zur Akklimatisierung in dem kleinen Ort Muang Ngoi verbringen werden, bevor es zurück nach Luang Prabang geht.</p>
<div id="attachment_192" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-192" title="17_LA_BM_01" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/17_LA_BM_01.jpg" alt="Die Schüler der neuen Grundschule stehen in der Mittagshitze Spalier für die Besucher der Einweihungszeremonie." width="320" height="213" /><p class="wp-caption-text">Die Schüler der neuen Grundschule stehen in der Mittagshitze Spalier für die Besucher der Einweihungszeremonie.</p></div>
<p>Im Gegensatz zu den kleinen Dörfern ist Muang Ngoi auf alternative Touristen eingestellt. Es gibt Gästehäuser mit Strom und heißem Wasser, kleine Restaurants, in denen man Pfannkuchen und Frühlingsrollen bestellen kann und eine Reihe von touristischen Freizeitangeboten. Auch Muang Ngoi ist nur über den Flussweg zu erreichen. Es wird in vielen Reiseführern als Geheimtipp gehandelt und liegt in eine spektakuläre Landschaft eingebettet. So wird die Bootsfahrt auf dem sich zwischen atemberaubenden Karstgipfeln hindurchschlängelndem Fluss zu einem weiteren landschaftlichen Höhepunkt unserer Tour.</p>
<p>Als wir auf der Terrasse eines Restaurants den spektakulären Sonnenuntergang vor der eindrucksvollen Bergkulisse genießen, bin ich mir sicher, dass ich von dieser Reise noch lange träumen und vermutlich noch länger begeistert berichten werde. Besonders deutlich wird mir der Unterschied zu anderen Reisen bei einem Gespräch mit zwei schwedischen Touristen in Luang Prabang ein paar Tage später. Die beiden berichten mir ziemlich abgeklärt von den vielen Orten, die sie bereits auf ihrer Asientour besucht haben und listen routiniert die noch ausstehenden Destinationen auf. Für mich klingt das Ganze ein wenig wie eine Checkliste aus dem Lonley Planet. Mir wird einmal mehr deutlich, dass wir nur so viel von Laos gesehen haben, weil wir uns bewusst auf einen kleinen Ausschnitt des Landes konzentriert haben. Manchmal ist weniger eben wirklich mehr.</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_193" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><strong><strong><img class="size-full wp-image-193" title="19_LA_HP_14" src="http://www.touristsunited.de/wp-content/uploads/2010/04/19_LA_HP_14.jpg" alt="Unsere Schuhe trocknen auf dem Bootsverdeck, während wir dem Nam Ou flussabwärts durch die beeindruckende Landschaft folgen." width="320" height="213" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Unsere Schuhe trocknen auf dem Bootsverdeck, während wir dem Nam Ou flussabwärts durch die beeindruckende Landschaft folgen.</p></div>
<p><strong>Anreise:</strong><br />
Von Bangkok aus fliegen Bangkok Airways und Lao Airlines mehrmals täglich nach Luang Prabang. Tipp: direkt online unter <a href="http://www.bangkokair.com/" target="_blank">www.bangkokair.com</a> buchen.<br />
<strong>Visum:</strong><br />
An den internationalen Flughäfen Vientiane, Luang Prabang und Paksé sowie an den internationalen Grenzübergängen konnen „Visa upon Arrival“ für einen Aufenthalt von 30 Tagen zum Preis von 30 USD (Sonn- und Feiertagszuschlag 1USD) gegen Vorlage des noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepasses und von 2 Lichtbildern beantragt werden.<br />
<strong>Reisezeit:</strong><br />
Als beste Reisezeit gilt der Zeitraum von Oktober bis Februar<br />
<strong>Info:</strong><br />
Lao Tourist office, c/o Indochina Services, Enzianstraße 4a, 82319 Starnberg <a href="http://www.indochina-services.com/" target="_blank">www.indochina-services.com</a><br />
<strong>Projekt:</strong><br />
Die Bambusschule e.V. / <a href="http://www.die-bambusschule.de/" target="_blank">www.die-bambusschule.de</a><br />
<strong>Veranstalter:</strong><br />
Travel Beyond /<a href="http://www.travel-beyond.de " target="_blank"> www.travel-beyond.de</a> / <a href="mailto:kontakt@travelbeyond.de" target="_blank">kontakt@travelbeyond.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.touristsunited.de/laos-intensiv-%e2%80%93-vom-mekong-bis-zu-den-bergvolkern-des-nordens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

